KINachschau it-sa 2026: Viel KI, starke Kleine und ein klarer Blick auf die Bedrohungslage
Unser Rückblick auf die it-sa 2026: KI-Versprechen im Check, spannende kleine Hersteller, smartes Patchmanagement, Live-Hacking und Forensik-Vorträge.
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Ende Oktober waren wir auf der it-sa in Nürnberg, einer der wichtigsten Fachmessen für IT-Sicherheit in Europa. Warum wir hingefahren sind und mit welchem Schwerpunkt die Messe gestartet ist, haben wir vorab beschrieben. Hier sind nun unsere wichtigsten Eindrücke und was sie für unsere Kunden bedeuten.
KI überall, aber nicht überall drin
Kaum ein Messestand kam ohne KI-Versprechen aus. Wer genauer nachfragt, stellt allerdings fest: Vieles davon ist bewährte Automatisierung, auf die ein wenig KI-Feenstaub gestreut wurde. Das ist nicht schlecht, aber es ist eben nicht das, was das Etikett verspricht.
Für die Praxis heißt das: Bei der Auswahl von Lösungen lohnt es sich, genau hinzuschauen, was die „KI“ tatsächlich leistet und welche KI überhaupt in einer Software steckt. Genau dabei unterstützen wir unsere Kunden, von der Bestandsaufnahme der KI-Nutzung bis zur Prüfung der Software- und KI-Lieferkette bei Anbietern.
Die Kleinen machen die Musik
Besonders interessant waren dieses Jahr die kleineren Hersteller. Hier haben wir frische Ansätze gesehen, die oft praxisnäher sind als die Lösungen der Großen, zum Beispiel neue Thin-Client-Lösungen, die eine ernsthafte Alternative zu etablierten Anbietern darstellen. Gerade für Kommunen und mittelständische Unternehmen mit Terminalserver-Umgebungen ist das ein spannendes Thema, das wir weiter verfolgen.
Patchmanagement: Ausnutzbarkeit statt Schweregrad
Ein klarer Trend: Patchmanagement entwickelt sich weg vom reinen Abarbeiten nach Schweregrad. Moderne Lösungen bewerten, ob eine Schwachstelle in der konkreten Umgebung tatsächlich ausnutzbar ist, und automatisieren auf dieser Grundlage. So landen die wirklich gefährlichen Lücken zuerst auf dem Tisch, und Updates werden nicht mehr nach Bauchgefühl priorisiert.
Wie wichtig das ist, haben die letzten Wochen eindrucksvoll gezeigt: Zwischen Veröffentlichung einer Lücke und den ersten Angriffen liegen heute oft nur noch Stunden, manchmal kommt der Angriff sogar vor dem Patch. Mit PHP2Shell und HTTP2Shell lagen gleich zwei solcher Fälle mitten in der Messezeit, und der Oktober-Patchday mit über 1.400 Lücken lässt sich ohne klare Priorisierung kaum noch sinnvoll abarbeiten.
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Vom kleinen Partner zum großen Player
Schön zu sehen war die Entwicklung von Partnern, mit denen wir seit Jahren zusammenarbeiten. Hornetsecurity, deren Lösungen wir bei Kunden als Mail-Gateway und für automatisiertes Awareness-Training einsetzen, ist vom kleinen Spezialisten zu einem der großen Namen im Bereich E-Mail-Sicherheit gewachsen. Warum wir hier keine Kompromisse machen, haben wir bereits beschrieben.
Live-Hacking und die Sicherheitslage
Zu den Höhepunkten gehörten die Live-Hacking-Vorführungen: Was in der Theorie abstrakt klingt, wird sehr greifbar, wenn man zusieht, wie schnell ein System übernommen wird.
Internationale Sicherheitsexperten zeichneten in ihren Vorträgen ein deutliches Bild: KI macht Angriffe schneller, günstiger und überzeugender. Phishing-Mails ohne Rechtschreibfehler, gefälschte Stimmen am Telefon und automatisiert entwickelte Exploits sind keine Zukunftsmusik mehr. Unsere Einordnung dazu finden Sie in der Sicherheitslage Herbst 2026.
Forensik: Vorbereitung entscheidet
Besonders wertvoll waren die Vorträge von Forensik-Experten. Die Kernbotschaft: Wie gut sich ein Vorfall aufklären lässt, entscheidet sich vor dem Vorfall. Aussagekräftige Protokolle, ein durchdachtes Backup- und Wiederanlaufkonzept und klare Abläufe im Ernstfall machen den Unterschied zwischen einem beherrschbaren Vorfall und einem langen Stillstand. Mehr dazu in Nach dem Angriff: Warum das Backup allein nicht rettet und Wie lange hält Ihr Betrieb ohne IT durch?
Unser Fazit
Die it-sa 2026 hatte viel Marketing, aber auch echte Substanz für alle, die genau hinschauen. Für unsere Kunden nehmen wir drei Punkte mit: KI-Versprechen kritisch prüfen, Patchmanagement an der tatsächlichen Gefahr ausrichten und die Vorbereitung auf den Ernstfall nicht aufschieben.
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