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Aktuell

Wenn der KI-Agent selbst zum Risiko wird: ESET bringt KI-Überwachung auf den Endpoint

ESET erweitert ESET PROTECT um Schutz für KI-Agenten und neue KI-Funktionen. Was dahintersteckt und was Unternehmen und Kommunen jetzt prüfen sollten.

  • KI
  • Security
  • Monitoring

KI-Assistenten und autonome Agenten arbeiten inzwischen mit echten Rechten auf echten Rechnern: Sie öffnen Dateien, führen Skripte aus und rufen Webseiten auf. Damit entsteht eine Angriffsfläche, die klassische Virenschutz-Lösungen bisher kaum im Blick hatten. ESET hat seine Plattform ESET PROTECT deshalb um eine eigene KI-Sicherheitsebene erweitert. Als ESET-Partner ordnen wir ein, was dahintersteckt und für wen es relevant ist.

Was ESET angekündigt hat

Unter dem Namen „ESET KI-Technologien“ bündelt der Hersteller bekannte und neue Funktionen. Die bewährten Technologien LiveGrid, LiveSense und LiveGuard werden um zwei neue Bausteine ergänzt: LiveCortex und LiveAI. Dazu kommt ein eigenes Modul, das sich um die Absicherung der KI-Nutzung selbst kümmert.

BausteinWas er tut
AI Agent SecurityPrüft die Ressourcen, die ein KI-Agent nutzt, etwa Skills, Skripte, Code und externe Webadressen
AI Behavioral MonitoringÜberwacht laufend das Verhalten autonomer KI-Agenten und markiert verdächtige Aktionen
LiveCortexFührt sicherheitsrelevante Ereignisse aus der Umgebung zusammen und erkennt, welche Aktivitäten zu demselben Vorfall gehören
LiveAIDer bisherige ESET AI Advisor, der künftig auch komplexere Aufgaben über mehrere Schritte bearbeiten soll

Zusätzlich lassen sich bestimmte Agenten über Regeln in ESET PROTECT gezielt sperren.

Warum das Thema auf den Endpoint gehört

Ein KI-Agent handelt mit den Rechten des Nutzers, der ihn gestartet hat. Lädt er eine manipulierte Erweiterung, kann diese Erweiterung dasselbe wie der Nutzer. Wie real das Risiko ist, zeigt eine ESET-Untersuchung von KI-Skills aus verbreiteten öffentlichen Sammlungen:

Untersucht

rund 900.000

Verdächtig

rund 25.000

Bösartig

über 3.000

Der Kern

Ein KI-Agent ist ein weiteres Programm auf dem Rechner, nur eines, das selbst entscheidet, was es als Nächstes tut. Genau deshalb muss es überwacht werden wie jede andere Software.

Das schließt an Themen an, die wir bereits beschrieben haben: Copilot greift auf lokale Dateien zu und Schatten-IT, wenn Mitarbeiter eigene Dashboards und Apps bauen.

KI auch auf der Verteidigerseite

Die andere Hälfte der Ankündigung betrifft die Abwehr selbst. Die meisten Sicherheitsteams haben nicht zu wenige Meldungen, sondern zu viele. LiveCortex soll aus vielen Einzelereignissen einen zusammenhängenden Vorfall machen und diesen priorisiert anzeigen. LiveAI soll anschließend bei Einordnung und Bearbeitung helfen.

Wie wichtig eine Überwachung rund um die Uhr ist, zeigt ESETs eigener MDR-Bericht: Im zweiten Quartal 2026 ereignete sich ein Viertel der erfassten Sicherheitsvorfälle außerhalb der üblichen Arbeitszeit zwischen 8 und 17 Uhr. Diese Erfahrung decken wir bei unseren Kunden mit unserem Monitoring ITPuls im Rahmen der Managed Services ab.

Unsere Einordnung

Was Sie wissen sollten

Hinweis

Neu heißt nicht ausgereift

Die Funktionen sind frisch auf dem Markt. Wie bei jeder neuen Sicherheitsfunktion gilt: erst in einer Testumgebung prüfen, dann schrittweise ausrollen.

Pilotbetrieb vor dem flächigen Einsatz

Hinweis

Lizenz beachten

Nicht jede Funktion steckt in jedem Paket. LiveAI ist zum Beispiel nur in bestimmten ESET-PROTECT-Stufen enthalten oder dort als Zusatzoption buchbar.

Vorhandene Lizenz prüfen lassen

Grundlage

Kein Ersatz für Berechtigungen

Ein Agent, der auf zu viele Daten zugreifen darf, bleibt ein Risiko, auch wenn er überwacht wird. Berechtigungen aufräumen und klare Regeln für den KI-Einsatz bleiben die Basis.

Zugriffsrechte vor dem KI-Einsatz bereinigen

ESET und Sophos: warum wir beide Partner sind

Viele kennen uns als Sophos-Partner. Wir sind aber auch ESET-Partner, und das ist bewusst so. Welche Lösung passt, hängt von der Umgebung, den vorhandenen Systemen und dem Betreuungsmodell ab, nicht von einer Herstellerbindung. Gartner führt ESET 2026 zum dritten Mal in Folge als Challenger im Magic Quadrant für Endpoint Protection. Für uns zählt am Ende, was im Alltag Ihres Unternehmens oder Ihrer Verwaltung zuverlässig funktioniert.

Was Sie jetzt tun können

  1. Bestandsaufnahme: Welche KI-Werkzeuge und Agenten werden bei Ihnen heute schon genutzt, offiziell oder inoffiziell?
  2. Regeln festlegen: Welche Agenten sind erlaubt, und auf welche Daten dürfen sie zugreifen?
  3. Endpoint-Schutz prüfen: Erkennt Ihre aktuelle Lösung verdächtiges Verhalten von KI-Anwendungen, oder nur klassische Schadsoftware?
  4. Überwachung klären: Wer reagiert, wenn nachts oder am Wochenende etwas auffällt?

Fazit

KI-Agenten bringen eine neue Art von Software ins Unternehmen: Sie arbeiten selbstständig und mit den Rechten ihrer Nutzer. Dass Endpoint-Hersteller wie ESET das jetzt gezielt absichern, ist folgerichtig. Entscheidend bleibt, dass Technik, Berechtigungen und Regeln zusammenpassen.

Sie setzen KI-Werkzeuge ein oder planen das?

Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, wie Ihr Endpoint-Schutz darauf vorbereitet ist – herstellerunabhängig mit ESET oder Sophos.

Kontakt aufnehmen

Quellen & weiterführende Links

Recherche-Stand: 15. Oktober 2026

ESET überwacht KI-Agenten auf dem Endpoint