KIDrei Angriffe, drei Muster: Was Eichstätt, Cham und das HSZ-BW Kommunen lehren
Datendiebstahl in Eichstätt, DDoS in Cham, Ausfall beim HSZ-BW: Was die Angriffe im Oktober 2026 zeigen und was Kommunen jetzt prüfen sollten.
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Innerhalb weniger Tage hat es im Oktober 2026 eine Stadtverwaltung, ein Landratsamt mit seinen Gemeinden und den zentralen IT-Dienstleister vieler Hochschulen in Baden-Württemberg getroffen. Die drei Fälle unterscheiden sich deutlich – und gerade deshalb zeigen sie, worauf sich Kommunen vorbereiten müssen.
Eichstätt: Das Backup hat funktioniert – und trotzdem sind die Daten weg
Am 12. Oktober wurde die Stadtverwaltung Eichstätt in Bayern Opfer eines Cyberangriffs. Die Stadt nahm einen Großteil ihrer IT vorsorglich vom Netz. Rathaus und Außenstellen blieben geschlossen, auch per E-Mail war die Verwaltung nicht erreichbar.
Einen Tag später bestätigten Polizei und Landeskriminalamt: Die Täter konnten einen Großteil der Daten der Stadtverwaltung kopieren. Gleichzeitig teilte die Stadt mit, dass die Datensicherung funktioniert hat.
Backup ist nicht gleich Schutz der Daten
Ein gutes Backup bringt die Systeme zurück. Es verhindert aber nicht, dass gestohlene Daten veröffentlicht oder für Erpressung und Betrug genutzt werden. Eichstätt warnte deshalb ausdrücklich vor gefälschten Schreiben und Rechnungen im Namen der Stadt.
Bemerkenswert ist auch der Notbetrieb: Für dringende Dienstleistungen baute die Stadt technische Ausweichlösungen und bekam Unterstützung von Behörden und Gemeinden aus dem Umland. Personalausweise konnten zum Beispiel bei Nachbarverwaltungen beantragt werden. Seit dem 15. Oktober bereiten externe Spezialisten das sichere Wiederhochfahren der Systeme vor.
Landratsamt Cham: Ein Angriff, viele Gemeinden betroffen
Am 8. Oktober legte ein DDoS-Angriff das Landratsamt Cham und mehrere Gemeinden im kommunalen Behördennetz lahm. Bei einem solchen Angriff werden Systeme mit massenhaften Anfragen überlastet. E-Mail, Telefonie und Internetdienste fielen zeitweise aus. Nach zusätzlichen Schutzmaßnahmen lief der Betrieb am frühen Nachmittag schrittweise wieder an. Daten wurden nach bisherigem Stand nicht entwendet.
Der Landkreis Cham gilt seit Jahren als Vorreiter: Das Landratsamt stellt den Gemeinden über ein eigenes kommunales Behördennetz zentrale Dienste bereit. Das spart Aufwand und bündelt Fachwissen. Der Angriff zeigt aber die Kehrseite: Wird der zentrale Anbieter getroffen, sind alle angeschlossenen Gemeinden gleichzeitig betroffen.
HSZ-BW: Wenn der Dienstleister ausfällt
Das Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg in Reutlingen stellte am Abend des 7. Oktober einen Angriff fest und schaltete alle Systeme ab. Seitdem sind an vielen Hochschulen im Land Noten-, Bewerbungs- und Zahlungssysteme nicht verfügbar. Auch die Hochschule Pforzheim ist betroffen. Nach Angaben des HSZ-BW wurden Daten abgezogen.
Wir haben den Fall ausführlich begleitet:
- Was Kommunen aus den ersten 24 Stunden in Reutlingen lernen können
- Elf Tage nach dem Angriff: Warum der Wiederanlauf so lange dauert
Drei Muster, die jede Kommune betreffen
Eichstätt
Angriff mit Datendiebstahl. Das Backup rettet die Systeme, nicht die Vertraulichkeit der Daten.
Plan für Datenabfluss und Betrugswarnungen bereithalten
Landratsamt Cham
Überlastungsangriff auf das Behördennetz. Ein zentraler Anbieter, viele betroffene Gemeinden gleichzeitig.
Abhängigkeit vom zentralen Netz im Notfallplan berücksichtigen
HSZ-BW
Schadsoftware beim Dienstleister. Wochenlanger Ausfall außerhalb der eigenen Kontrolle.
Verkraftbare Ausfallzeit je Dienstleister festlegen
Was Kommunen jetzt prüfen sollten
Ist der Notbetrieb geübt?+
Ist das Backup wirklich unabhängig?+
Was passiert, wenn Daten abfließen?+
Welche zentralen Dienstleister sind kritisch?+
Werden Angriffe früh erkannt?+
Wie Codekunst Systems Kommunen unterstützt
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Backup-Konzepte, die im Ernstfall tragen
Wir bauen Datensicherungen nach dem 3-2-1-1-0-Prinzip auf und testen die Wiederherstellung regelmäßig.
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Mehr zum Aufbau einer belastbaren Datensicherung lesen Sie in unserem Beitrag zur Backup-Strategie nach dem 3-2-1-1-0-Prinzip.
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Jetzt Kontakt aufnehmenQuellen & weiterführende Links
- Stadt EichstättCyber-Attacke: Krisenstab fährt ab Mittwoch Dienstleistungen wieder hoch (13. Oktober 2026)
- Stadt EichstättCyber-Attacke: Stadt Eichstätt arbeitet an Plan zum Wiederhochfahren der Systeme (15. Oktober 2026)
- Haufe / dpaCyberangriff auf Eichstätt: Stadtverwaltung fährt Dienste schrittweise wieder hoch
- Kommunaler NotbetriebKreisverwaltung Cham und Stadtverwaltung Eichstätt
- Bayerische StaatsregierungDigitales Bayern: Kommunales Behördennetz im Landkreis Cham
- Stuttgarter Zeitung / dpaHochschulservicezentrum BW: Cyberangriff auf Hochschulen – Noten und Stundenpläne offline
- Forschung & LehreNeue Cyberangriffe: 51.000 Bewerberdaten könnten geklaut sein
