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Windows 10 ESU: Warum Ihre Firmen-PCs ab dem 13. Oktober doppelt kosten

Am 13. Oktober 2026 endet das erste ESU-Jahr für geschäftlich genutzte Windows-10-PCs. Jahr 2 kostet das Doppelte – und die Gratis-Verlängerung bis 2027 gilt nur für Privatgeräte. Was Unternehmen jetzt wissen und tun sollten.

 

Im Juni 2026 ging eine Meldung durch die Fachpresse: Microsoft verlängert die kostenlosen Sicherheitsupdates für Windows 10 bis Oktober 2027. Seitdem hören wir bei Kunden immer wieder den Satz „Dann haben wir ja noch ein Jahr Zeit“. Das stimmt für Firmen-PCs nicht. Die Verlängerung betrifft ausschließlich das Consumer-Programm für private Geräte. Für geschäftlich genutzte Rechner endet das erste Jahr der Extended Security Updates (ESU) am 13. Oktober 2026 – und das zweite Jahr kostet doppelt so viel wie das erste.

Das Preismodell: Verdopplung Jahr für Jahr

Jahr 1 (bis 13.10.2026)

61 USD

Jahr 2 (bis 12.10.2027)

122 USD

Jahr 3 (bis 10.10.2028)

244 USD

Die Kumulativ-Falle

Wichtig

ESU lässt sich nicht überspringen. Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, muss das erste Jahr nachlizenzieren – also 183 USD pro Gerät statt 122 USD. Teilzeiträume gibt es nicht: Microsoft verkauft ausschließlich volle Jahre. Über die maximale Laufzeit summiert sich ESU auf 427 USD pro Gerät – nur für Sicherheitsupdates, ohne neue Funktionen.

Gilt die Gratis-Verlängerung nicht auch für uns?

Nein. Das kostenlose Consumer-ESU ist an ein privates Microsoft-Konto gebunden und laut Microsoft ausdrücklich nicht für Geräte vorgesehen, die in eine Active-Directory-Domäne oder Microsoft Entra eingebunden sind oder per Mobile Device Management (z. B. Intune) verwaltet werden. Damit fällt praktisch jeder professionell betreute Firmen-PC heraus. Auch wer einen Firmenrechner „privat“ registriert, bewegt sich lizenzrechtlich auf dünnem Eis – und verliert zugleich die zentrale Kontrolle über den Patchstand.

Die Windows-10-Fristen im Überblick

  1. 14.10.2025
    Support-Ende Windows 10

    Microsoft stellt die regulären Sicherheitsupdates ein. Ab hier gibt es Patches nur noch über ESU.

  2. 13.10.2026
    Ende ESU-Jahr 1 (Unternehmen)

    Ohne Jahr-2-Lizenz erhalten Firmen-PCs ab dem November-Patchday keine Sicherheitsupdates mehr.

    Heute
  3. 12.10.2027
    Ende ESU-Jahr 2 / Ende Consumer-ESU

    Zu diesem Datum läuft auch die kostenlose Verlängerung für Privatgeräte aus.

  4. 10.10.2028
    Ende ESU-Jahr 3

    Endgültiges Aus – danach gibt es für Windows 10 keine Sicherheitsupdates mehr, auch nicht gegen Geld.

Was das für typische Betriebsgrößen bedeutet

Die folgende Rechnung zeigt, wie schnell sich ESU in mittelständischen Umgebungen summiert. Alle Werte in US-Dollar, Listenpreise laut Microsoft, ohne Mehrwertsteuer.

Anzahl Windows-10-PCsJahr 2 (bereits in Jahr 1 lizenziert)Einstieg erst in Jahr 2 (Jahr 1 + 2)Alle drei Jahre gesamt
10 Geräte1.220 USD1.830 USD4.270 USD
25 Geräte3.050 USD4.575 USD10.675 USD
50 Geräte6.100 USD9.150 USD21.350 USD

Spätestens ab dem dritten Jahr liegen die ESU-Kosten pro Gerät im Bereich eines soliden neuen oder generalüberholten Business-Rechners – der dann aber auch Windows 11 und volle Herstellergarantie mitbringt. ESU ist eine Brücke, keine Strategie.

Welcher Weg passt zu welchem Gerät?

In der Praxis ist selten die ganze Flotte gleich. Wir empfehlen, jedes Gerät einer dieser vier Kategorien zuzuordnen:

Upgrade

Windows-11-fähig

TPM 2.0, Secure Boot und unterstützte CPU sind vorhanden. Hier ist ESU verschenktes Geld.

Zeitnah auf Windows 11 migrieren

Brücke

Blockiert durch Software

Die Hardware würde passen, aber eine Fachanwendung, ein Maschinentreiber oder ein Messgerät läuft noch nicht unter Windows 11.

ESU Jahr 2 lizenzieren und Herstellerfreigabe aktiv einfordern

Ersetzen

Hardware zu alt

Die Anforderungen von Windows 11 werden nicht erfüllt. Jeder weitere ESU-Euro fließt in ein Auslaufmodell.

Ersatzbeschaffung einplanen, ESU höchstens als kurze Überbrückung

Cloud

Virtualisierte Arbeitsplätze

Für Windows-10-VMs in Windows 365, Azure Virtual Desktop und Azure sind die ESU-Updates kostenfrei enthalten.

Prüfen, ob Sonderfälle sinnvoll in die Cloud wandern

Ihre Checkliste für die nächsten zwei Wochen

  1. Inventur: Wie viele Geräte laufen noch mit Windows 10 – inklusive vergessener Rechner in Werkstatt, Lager, Empfang oder an Produktionsanlagen?
  2. Hardware-Check: TPM 2.0, Secure Boot und CPU-Kompatibilität pro Gerät prüfen und die Geräte den vier Kategorien oben zuordnen.
  3. Lizenzbedarf festlegen: Nur die Geräte der Kategorie „Brücke“ (und ggf. kurzfristig „Ersetzen“) für Jahr 2 lizenzieren – und die Kumulativ-Regel bei Nachzüglern beachten.
  4. Migration terminieren: Für alle übrigen Geräte einen verbindlichen Rollout-Plan mit Enddatum aufstellen – idealerweise deutlich vor Oktober 2027.
  5. Patchstand kontrollieren: Nach dem November-Patchday prüfen, ob die ESU-Updates tatsächlich auf allen lizenzierten Geräten ankommen. Ein ESU-Schlüssel, der nicht aktiviert ist, schützt nicht.

Häufige Fragen

Unsere PCs laufen doch noch – was passiert ohne ESU überhaupt?+
Der Rechner funktioniert weiter, erhält aber keine Sicherheitsupdates mehr. Jede neu entdeckte Lücke bleibt dauerhaft offen. Gerade Windows-10-Systeme sind für Angreifer attraktiv, weil sich Exploits gegen ungepatchte Altsysteme über Jahre verwenden lassen. Zudem kann ein ungepatchtes Betriebssystem Probleme mit Cyberversicherungen und Datenschutzanforderungen verursachen.
Wir haben Jahr 1 nicht gekauft. Können wir einfach mit Jahr 2 einsteigen?+
Ja, aber Sie müssen Jahr 1 nachlizenzieren. Pro Gerät fallen dann 61 plus 122 USD an, also 183 USD. Ein Überspringen ist nicht möglich.
Gilt die kostenlose Verlängerung bis Oktober 2027 für unsere Firmenrechner?+
Nein. Das Consumer-Programm ist für persönliche Geräte gedacht und schließt Geräte aus, die in eine Domäne oder Microsoft Entra eingebunden oder per MDM verwaltet sind.
Lohnt sich ESU für alle drei Jahre?+
In den seltensten Fällen. Mit 427 USD pro Gerät über drei Jahre ist ein Hardwaretausch meist wirtschaftlicher. Sinnvoll ist ESU gezielt für einzelne Geräte, bei denen eine Fachanwendung den Umstieg noch blockiert.
Wie sieht es mit Microsoft 365 auf Windows 10 aus?+
Auch die Unterstützung der Office-Apps auf Windows 10 ist befristet und hängt nicht am Consumer-ESU. Wer Microsoft 365 im Einsatz hat, sollte die Migration daher auch aus diesem Grund nicht auf die lange Bank schieben.

Wissen Sie, wie viele Windows-10-PCs noch in Ihrem Betrieb stehen?

Wir erstellen Ihnen eine Bestandsaufnahme Ihrer Windows-10-Geräte, prüfen die Windows-11-Tauglichkeit und rechnen ESU, Upgrade und Neubeschaffung für Ihre Umgebung konkret gegeneinander – damit Sie vor dem 13. Oktober eine fundierte Entscheidung treffen.

Bestandsaufnahme anfragen

Hardware-Ersatz statt ESU-Kosten

Oft ist ein rechtzeitiger Geräteaustausch günstiger als mehrjährige ESU-Gebühren. Wir beschaffen und konfigurieren passende Windows-11-fähige Notebooks und Desktops.

Zur Hardware-Beschaffung

Quellen & weiterführende Links

Windows 10 ESU: Warum Ihre Firmen-PCs ab dem 13. Oktober doppelt kosten